direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Laura Frahm

Lupe


Dissertation

"Metropolen in Transformation. Filmische Topologien der Metropole im 20. Jahrhundert"

In der aktuellen Forschungslage wird dem Raum eine sehr große Relevanz zugesprochen, was dazu führt, dass räumliche Kategorien in den unterschiedlichsten Bereichen eine regelrechte ‚Renaissance‘ erleben. Insbesondere im Bereich der Kulturwissenschaften wird zunehmend versucht – verdichtet zum Schlagwort des ‚topographical‘ oder auch des ‚spatial turn‘ –, kulturelle Phänomene auf räumliche Prozesse zurückzuführen bzw. diese in Hinblick auf räumliche Parameter zu analysieren.

An diesem Punkt setzt das Dissertationsprojekt an, um die räumlichen Konfigurationen der Metropole im Film im Verlauf des 20. Jahrhunderts in den Blick zu nehmen. Die spezifischen Raumkonstruktionen, die sich hierbei herausbilden, lassen sich – so die Hypothese – über ein topologisches Raumkonzept näher fassen. Denn die Topologie, wie sie insbesondere im Bereich der Mathematik geprägt wurde, geht von einem ra­di­kal offenen Raumbegriff aus, der – gerade auch in Abgrenzung zu anderen aktuell diskutierten Raumkonzepten – potentiell unendlich viele Dimensionen umfasst und keine statische Raumbildung, son­dern vielmehr einen dynamischen Prozess der Raumproduktion annimmt.

Dieser dynamische Prozess wird insbesondere dann entscheidend, wenn es um die Analyse filmischer Räume, und damit genuin bewegter Räume geht; denn die Topologie macht gerade diejenigen Räume beschreibbar, die in keiner Weise mehr mit dem dreidimensionalen, euklidischen Raum zu vereinbaren sind. Indem die Topologie Räume durch Transformationen, durch vergleichende Abbildungen und Deformationen untersucht, wird hier die Möglichkeit eröffnet, filmische Räume als Transformationsräume zu konzipieren und zugleich den Blick darauf zu lenken, auf welche je spezifische Weise die Metropole im Film und durch den Film transformiert wird.

Um den Korpus der zu betrachtenden Filme einzugrenzen, sollen exemplarische Beispiele aus den Bereichen dreier genuin städtischer Genres, wie etwa dem frühen Stadt-Film der 20er Jahre (u. a. Berlin. Die Sinfonie der Großstadt, Ruttmann, 1927), dem Kriminalfilm der 40er/50er Jahre (u. a. The Naked City, Dassin, 1948) und dem Episodenfilm der 80er/90er Jahre (u. a. Night on Earth, Jarmusch, 1991) herausgegriffen werden. Mithilfe des topologischen Ansatzes lässt sich einerseits danach fragen, aus welchen Teilräumen sich die Metropolen – in diesem Fall eingegrenzt auf Berlin, New York und Los Angeles – jeweils zusammensetzen; es lässt sich nachzeichnen, welche Räume innerhalb einzelner Genres im Laufe des 20. Jahrhunderts derart in Ensembles bestimmter Bildelemente, zu visuellen Topoi transformiert und verdichtet werden, so dass sie, einmal aufgerufen, auf eine bestimmte Metropole oder auch auf eine bestimmte Konfiguration des ‚Metropolitanen‘ verweisen. Andererseits lässt sich jedoch auch danach fragen, auf welche Weise die einzelnen filmischen Bilder der Metropolen zwischen den unterschiedlichen Genres, d. h. zwischen Stadtfilmen, Kriminalfilmen und Episodenfilmen, ausgetauscht werden und sich schrittweise verselbständigen, wie die imaginären Film-Räume der einzelnen Metropolen immer stärker eine Eigenqualität entwickeln, sich aus ihrem genrespezifischen Kon­text lösen und somit selbst zum Gegenstand filmischer Reflexion werden.

Lebenslauf

2007
Visiting Scholar, Columbia University (Department of Germanic Languages) und New York University (Tisch School of the Arts, Cinema Studies), New York City

2005 - 2007
Stipendiatin des Transatlantischen Graduiertenkollegs „Berlin – New  York: Geschichte und Kultur der Metropolen im 20. Jahrhundert“

Dissertation zum Thema „Metropolen in Transformation. Filmische Topologien der Metropole im 20. Jahrhundert“
 
1998 - 2004
Magisterstudiengang in Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Kunstgeschichte und Spanisch/Romanistik, Universität zu Köln

SS 2003
Magisterarbeit „Raumkonfigurationen in Videoclips. Eine Analyse von Fallbeispielen der 90er Jahre“
 
WS 2001/02
Auslandssemester im Rahmen des Erasmus-Programms, Universidad de Málaga, Spanien
Fächer: Audiovisuelle Kommunikation, Film- und Kunstgeschichte

Publikationen, Vorträge etc.

MONOGRAFIEN UND EDITIONEN

(2007) Bewegte Räume. Zur Konstruktion von Raum in Videoclips von Jonathan Glazer, Chris Cunningham, Mark Romanek und Michel Gondry. Frankfurt/M.: Peter Lang Verlag (= Studien zum Theater, Film und Fernsehen, Bd. 44).
 
(2005)   mit Claudia Liebrand, Irmela Schneider und Björn Bohnenkamp (Hg.): Einführung in die Medienkulturwissen­schaft. Münster: Lit Verlag (= Einführungen: Kulturwissenschaft, Bd. 1).

ARTIKEL
 
(2006) „Raumspektren der modernen Großstadt in Kurt Weills amerikanischer Oper Street Scene“, in: Stefan Weiss/Jürgen Sche­­bera (Hg.): Street Scene. Der urbane Raum im Musiktheater des 20. Jahrhunderts. Münster: Waxmann (= Veröffentlichungen der Kurt-Weill-Gesellschaft Dessau, Bd. 6), S. 23-35.

(2005) „Relativistische und relationale Körperräume: Beobachtungen zur Veränderung von Raum und Körper in der Medienkunst“, in: Nicole Kallwies/Mariella Schütz (Hg.): Mediale Ansichten. Marburg: Schüren, S. 105-113.

(2005) mit Lutz Ellrich: „Wissenschaft“, in: Liebrand et. al. (Hg.): Einführung in die Medienkulturwissenschaft. Münster: Lit Verlag, S. 9-23.

(2005) mit Nikolaus Wegmann: „Medientheorien – Einführung“, in: Liebrand et. al. (Hg.): Einführung in die Medienkulturwissenschaft. Münster: Lit Verlag, S. 51-61.
 
(2005) mit Wilhelm Voßkamp: „Gattung/Genre/Format“, in: Liebrand et. al. (Hg.): Einführung in die Medienkulturwissenschaft. Münster: Lit Verlag, S. 257-269.

(2005) „Raumkonfigurationen in Videoclips“, in: Thomas Barth et. al. (Hg.): Mediale Spielräume: Erfundene Welten, gestaltete Bilder. Marburg: Schüren, S. 137-145.


WISSENSCHAFTLICHE TÄTIGKEITEN UND VORTRÄGE
 
Seit 2007
Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der von Renate Möhrmann herausgegebenen Schriftenreihe 'Studien zum Theater, Film und Fernsehen' im Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, gemeinsam mit Lisa Gotto.

10/05
Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU), Nachwuchstagung, Konstanz
Vortrag: „Topologien. Wechselverhältnisse von Metropole und Film im 20. Jahrhundert“

03/05
18. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium, Mannheim
Vortrag: „Videokunst – Interaktive Medienkunst – Netzkunst. Beobachtungen zur Veränderung von Raum und Körper in der Medienkunst“

03/05
Symposium Kurt-Weill-Fest 2005, Dessau
Konzeption des Symposiums und Vortrag: „Die moderne Großstadt im Spannungsverhältnis von Utopie und Dystopie: Raumspektren in Kurt Weills Street Scene“

03/04
17. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium, Hamburg
Vortrag: „Raumkonfigurationen in Videoclips“

02/04
Symposium Kurt-Weill-Fest 2004, Dessau
Konzeption des Symposiums und Vortrag: „Street Scene: heterotope und transitorische Aspekte des großstädtischen Raumes“

03/04 - 12/04
Universität zu Köln, Abteilung Architekturgeschichte
Wissenschaftliche Hilfskraft des Projekts „Digitaler Stadtschichtenatlas Köln“ in Zusammenarbeit mit dem Römisch-Germanischen Museum Köln; Tätigkeitsbereiche: Vor- und Nachkriegskataster Kölns 1938/48, Bauzustandsplan Kölns um 1250.

08/00 - 12/03
Universität zu Köln, Abteilung Architekturgeschichte
Studentische Hilfskraft; Tätigkeitsbereiche: Scanstelle/Diathek, Prometheus (digitales Bildarchiv), Tutorien zur Bildbearbeitung und -präsentation.

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe