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TU Berlin

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Jan Andreas May

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Dissertation

"La Biennale di Venezia. Kontinuität und Wandel in der venezianischen Ausstellungspolitik 1895-1948"

Die Geschichte der Biennale di Venezia begann 1895 mit einer kleinen  kommunalen Kunstausstellung, die internationale Kunst präsentierte, um in Venedig einen Kunstmarkt zu etablieren. Nach ersten Publikums- und Verkaufserfolgen  entwickelte sie sich zu einer der wichtigsten internationalen Kunstausstellungen Europas. Nach der durch den Ersten Weltkrieg verursachten Unterbrechung konnten die Aktivitäten ab 1920 wieder aufgenommen werden und führten schließlich 1930 zur Umwandlung in eine autonome Körperschaft. In den 30er Jahren wurde die Biennale zur wichtigsten italienischen Institution für die Präsentation internationaler zeitgenössischer Kunst, Musik, Theater, Poesie und Film ausgebaut. Bisher wurde die Biennale meist aus kunsthistorischer Sicht untersucht, d.h. die ausgestellten Kunstwerke, Beiträge einzelner Länder oder die Bauten wurden beschrieben und in die allgemeine Kunstgeschichte eingeordnet. Die Funktion der Biennale als Instrument der städtischen und später staatlichen Kulturpolitik wurde nur in einzelnen Fällen analysiert.
 
Diese Arbeit wird am Institut für Geschichte und Kunstgeschichte an der Technischen Universität Berlin verfasst. Die interdisziplinäre Lehre, aber vor allem das dort angesiedelte Center for Metropolitan Studies gaben die entscheidenden Impulse für die Ausrichtung dieser Arbeit. An den Schnittstellen zwischen traditioneller Kunstgeschichte und neuerer Stadtgeschichtsforschung soll die Rolle dieser Großausstellung zeitgenössischer Kunst untersucht werden. Dabei werden die Biennale und die sie begleitenden Festivals (Film, Theater, Tanz etc.) nicht als autonome Veranstaltungen gesehen, sondern in die Geschichte der sie umgebenden Stadt einbezogen. Es werden vor allem die zahlreichen Synergieeffekte zwischen Biennale und Stadt Venedig untersucht (Stichwort Festivalisierung). Exemplarisch kann man anhand der Geschichte der Biennale die Forschung in dem weiten Feld der Geschichte des Ausstellungs- und Festspielwesens weiterführen. Dieser Themenbereich ist bisher im deutschsprachigem Raum, mit Ausnahme der zahlreichen Arbeiten zu den Weltausstellungen und zur documenta, sehr unzureichend erforscht.
 
Auf Grundlage der zahlreichen Originalquellen und der bisher erschienenen Sekundärliteratur soll die Bedeutung der Biennale als Modernisierungsfaktor in Venedigs  Stadtgeschichte seit Ende des 19. Jahrhunderts untersucht werden. Hier gilt es wichtige Lücken zu schließen, teilweise aber auch Erkenntnisse verschiedener Disziplinen zusammenzufassen. Zu nennen seien hier: Stadt-, Kunst-, Tourismus-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsgeschichte. Die Bedeutung der Biennale für die Ausstellung zeitgenössischer Kunst ist nicht hoch genug einzuschätzen. Sie gilt neben der documenta in Kassel auch heute noch als eine der wichtigsten  Institutionen der internationalen Kunstwelt. Die Flexibilität, Innovationsfreude, aber auch vor allem die von Beginn an feste Verwurzelung in Politik und Wirtschaft, haben maßgeblich zu ihrem Erfolg beigetragen. Die Arbeit soll zeigen, wie konsequent Venedig die Chance ergriffen hat, aus einem alle zwei Jahre wiederkehrenden kulturellen Großereignis einen wichtigen Motor des modernen Lebens in der Lagunenstadt zu machen.

Lebenslauf / Curriculum Vitae

01/04 – 12/06
Dissertationsprojekt La Biennale di Venezia und ihre Bedeutung für Stadtentwicklung, Tourismus und kulturelles Leben (1895 - 1945),
Betreuer: Prof. Dr. Heinz Reif und Prof. Dr. Gabriele Bickendorf, Universität Augsburg
 
07/06 – 10/06
Assoziierter Stipendiat des Transatlantischen Graduiertenkollegs „Berlin – New York: Geschichte und Kultur der Metropolen im 20. Jahrhundert“, Berlin (4 Monate)
 
09/04 - 06/06                       
Stipendiat des Deutschen Studienzentrums in Venedig e.V. (12 Monate)
 
10/05 - 01/06           
Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts in Rom (6 Monate)
 
07/05 - 08/05           
Scholar in Residence im Isabella Stewart Gardner Museum, Boston (2 Monate)
 
10/96 - 03/02           
Magisterstudiengang Kunstgeschichte und Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin
 
10/95 - 9/96  
Europäische Ethnologie, Geschichte und Klassische Archäologie an der Humboldt-Universität zu Berlin

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