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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Ingo Bader

Lupe



Center for Metropolitan Studies (CMS)
TU Berlin
Ernst-Reuter-Platz 7, TEL 3-0
10587 Berlin

Dissertation

"Kreative Städte – Neues Modell urbaner Governance zwischen neoliberalem Standortwettbewerb und nachhaltiger Stadtentwicklung. Ein Vergleich Berlin – New York"

Kreative Städte können als ein neues urbanes Regime auf der Suche nach stabilen Steuerungsformen in einer zunehmend wissensbasierten Ökonomie interpretiert werden. Viele Städte setzten in den letzten Jahren verstärkt auf die Kultur- und Kreativwirtschaft als wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Hoffnungsträger. Das in der angelsächsischen Debatte über urbane Restrukturierung derzeit dominierende Konzept der „creative cities“ beschränkt sich nicht alleinig auf die ökonomische Bedeutung kreativer Prozesse, sondern kann als eine aktivierende Form urbaner Governance verstanden werden. Sie beinhaltet sowohl hochtechnologiezentrierte Formen wachstumsorientierter Governance mit einem auf Festivalisierung setzenden Stadtmarketing als auch eine Förderung lokaler Selbstorganisation stadtkultureller Akteure.

Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein Metropolenphänomen und hat eine hohe Affinität zu großen Agglomerationsräumen. Während umfangreiche Studien über den konkreten Prozess kreativer Produktion vorliegen, ist die Kommodifizierung dieses Prozesses durch die globale Kulturindustrie  sowie ihre Wechselwirkung mit einer postmodernen Urbanität weitestgehend unerforscht. Eine Reduktion auf dieses kreativen Prozess und damit die Ausblendung der sozialräumlichen Auswirkungen sowie Verschiebungen städtischer Politik hin zu einer unternehmerischen Stadt macht eine umfassende und vergleichende Untersuchung dieser Politiken als neues urbanes Regime notwendig.

An der Spannbreite des Konzeptes der kreativen Städte setzt meine zentrale Fragestellung an. Das Projekt greift gezielt Erkenntnisdefizite gezielt auf. An kontrastierenden Beispielen in einer europäischen und einer amerikanischen Metropole (Berlin und New York) werden zwei aufeinander bezogene zentrale Fragestellungen behandelt:

A. Wie schreiben sich die Aktivitäten von Akteuren der Kreativwirtschaft in städtische Landschaften ein?

B. In welchen Formen findet eine In-Wert-Setzung kultureller, häufig kleinteiliger und subkultureller Produktion statt?

C. Was sind die sozialräumlichen Auswirkungen von Politiken bzgl. kreativer Städte auf den Prozess städtischer Umstrukturierung und –erneuerung?

In den Untersuchungsstädten Berlin und New York wird je eine Fallstudie durchgeführt (in Berlin das Media Spree Gebiet sowie der angrenzende Teil Kreuzbergs; in New York noch nicht feststehend). Methodisch stützte ich mich vor allem auf qualitative Sozialforschung. Ich werde leitfadengestützten Experteninterviews mit Akteure unterschiedlicher Ebenen durchführen (Verwaltung, Stadtentwicklung, kreative Unternehmer, Kulturaktivisten). Ergänzt wird dieser Zugang mit einer Analyse der lokalen medialen Debatte und der Veröffentlichungen der Verwaltung.

Lebenslauf

Ab 2008
DFG Stipendium im Transatlantischen Graduiertenkolleg für Metropolenforschung Berlin/New York an der TU Berlin

2006
Betreuung des Medien- und Stadtteilladen openmedia44 e.v.

2003
Studienabschluss zum Dipl.-Geogr./Diplomarbeit Wechselwirkung zwischen urbanen subkulturellen Bewegungen und der Ansiedlung von Betrieben der Musikindustrie

2001
Praktikum beim Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, Arbeitsbereich Internationale Politik und politische Theorie, Organisation diverser Workshops

1998-2000
Sozialberater des ASTA FU

1996-1998
Sozialreferent ASTA FU

1994-2003
Studium der Geographie/Nebenfächer Biologie und Chemie

Publikationen, Vorträge etc.

PUBLIKATIONEN

Bader, Ingo and Bialuch, Martin (2008): Gentrification and the creative class in Berlin-Kreuzberg. In: *Porter, Libby and Shaw, Kate (Eds): *Whose Urban Renaissance? An international comparison of urban regeneration strategies. London/New York: Routledge. (November 2008)

Bader, Ingo (2007): „Branding“ oder wie aus einer Immobilie eine Marke gemacht wird, Mieterecho 324.

Scharenberg, Albert; Bader, Ingo (Hg., 2005): Der Sound der Stadt. Musikindustrie und Subkultur in Berlin, Westfälisches Dampfboot, Münster.

Bader, Ingo (2004): Subculture: Pioneer for Music Industry or Counterculture, in: Paloscia, Raffaele; INURA (Hg.): The Contested Metropolis. Six Cities at the Beginning of the 21st Century; Birkhäuser, Basel/Boston, S.73-77

Bader, Ingo; Scharenberg, Albert (2004): De- and Reindustrialization in Berlin: From Osram to New Media Industry, in: INURA-Bulletin 25.

IM ERSCHEINEN

Bader, Ingo; Scharenberg, Albert (2008, forthcoming): Berlin’s Sound: Subculture and Berlin’s Rise to a World Media City, International Journal of Urban and Regional Research.

Bader, Ingo; Bialluch, Martin (2008, forthcoming): Gentrification and the Creative Class in Berlin-Kreuzberg: Shifts in Urban Renewal Policy from the 1980s to the Present, in Porter, Libby and Shaw, Kate: Whose Urban Renaissance? An international comparison of policy drivers and responses to urban regeneration strategies, Routledge. London

PRÄSENTATIONEN

2007: Vortrag „Der Sound der Stadt Elektronische Musik in Berlin zwischen Alltagskultur und flexibler Spezialisierung“ in der Reihe „Kulturökonomie“, FU Berlin

2007: Vortrag ”Gentrification and the Creative Class in Kreuzberg”  im Symposium „Whose Urban Renaissance?“, University of Sheffield

2006-2008: Mehrere Exkursionen „Media Spree, Großprojekte, Kultur und Stadtentwicklung“ für UCL London and Barlett School of Planning

PANEL ORGANISATION

2008: Symposium BUKO AK Stadt/Raum, Panel „Neoliberale Stadt“

2004: Organisation der Fachtagung „Globale Musikindustrie in Berlin“ für die Rosa-Luxemburg-Stiftung

2003: Organisation der Jahrestagung von INURA zum Thema „Border Cities - Divided Cities“ in Berlin; Leitung des Panels und der Exkursion „De- and Reindustrialization in Berlin“

1998: Organisation des Jahrestreffens der European Geographers Accociation in Berlin, Leitung des Workshops „The Construction of Urban Space in Postfordistic Economy”

Zusatzinformationen / Extras

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