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TU Berlin

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DFG Projekt „Städtebau unter Franco und Salazar“

Lupe

Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Entwicklung des Städtebaus in Spanien und Portugal unter António de Oliveira Salazar und Francisco Franco zu rekonstruieren sowie diese in den geschichtlichen Kontext des europäischen Städtebaus einzuordnen. Zentrale Fragen sind: Wie wird ein diktatorisches System des Städtebaus etabliert? Welche städtebaulichen Formen werden produziert? Welche Bedeutung hat der Städtebau für die Diktaturen? Wie wird der diktatorische Städtebau durch internationale Entwicklungen beeinflusst? Welche Rolle spielen die nationalen und internationalen Experten? Wie verändern sich im Laufe der Zeit Wahrnehmung und Wertung der städtebaulichen Zeugnisse der Diktaturen?

Wie in anderen Diktaturen musste sich auch in Portugal und Spanien vor dem Hintergrund umfangreicher staatlicher Steuerungsmöglichkeiten das einzelne Gebäude in der Regel der städtebaulichen Form unterordnen. Städtebau wird aber nicht nur als entworfene und gebaute städtebauliche Form verstanden, er umgreift immer auch die Verhältnisse, die zu dieser Form geführt haben und die diese Form ausdrücken, sowie die Botschaften und Wirkungen, die diese Form impliziert. Dieses Verständnis von Städtebau wird im Begriff Stadtproduktion verdeutlicht.

Sechs Forschungsfelder erschließen den Städtebau der Diktaturen in Portugal und Spanien: (1.) die Hauptstadt, (2.) ausgewählte Groß- und Mittelstädte, (3.) der ländliche Raum, (4.) Orte für spezielle Funktionen, (5.) Städte in den Kolonien sowie (6.) Politik und Institutionen des Städtebaus. Die ersten fünf Forschungsfelder haben einen baulich-räumlichen Fokus, berücksichtigen aber auch die jeweiligen Produktionsbedingungen. Das letzte Forschungsfeld bezieht sich auf den allgemeinen politischen, institutionellen und fachlichen Rahmen des Städtebaus.

Der Städtebau unter Salazar und Franco veränderte sich im Laufe der Diktaturen. Der zeitliche Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Kernphase des umfassend staatlich gesteuerten Städtebaus, der in Portugal (1928) wie Spanien (1939) mit der Etablierung der Diktatur einsetzte und in den späten 1950er Jahren an Bedeutung verlor. In dieser Kernphase wurde der städtebauliche Gestaltungswille der Diktatur in besonderem Maße sichtbar.

Der Städtebau beider Diktaturen entwickelte sich unter dem Einfluss anderer Länder: Das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien, aber auch Frankreich waren wichtige Bezugsländer. Die Klärung der internationalen fachlichen Kommunikation ist zum Verständnis der nationalen Entwicklung unverzichtbar. Dies gilt zunächst für das Verhältnis der beiden iberischen Länder zueinander. Aber erst eine Einbettung des iberischen diktatorischen Städtebaus in eine europäische Perspektive erlaubt die Klärung der Besonderheiten dieser Diktaturen.

Projektmitarbeiter

TU Berlin
Harald Bodenschatz (Projektleiter)
Christian von Oppen (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Maria Victoria Cura (Studentische Hilfskraft)

Bauhaus Universität Weimar
Max Welch Guerra (Projektleiter)
Piero Sassi (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Marie Kötterheinrich (Studentische Hilfskraft)
Tatjana Zemeitat (Studentische Hilfskraft)

Unter der Beiteiligung von Uwe Altrock (Universität Kassel)

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