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Christoph Bernhardt

Europäische Städte der Vormoderne: Autonomie und Abhängigkeit

Mi 10-12  •  TEL 304  •  Beginn 25.04.

Die Frühe Neuzeit galt lange als Epoche des Niedergangs des europäischen Städtewesens. Inzwischen stellt die Forschung zunehmend heraus, dass neben Zerstörung und Niedergang insbesondere in Folge des 30jährigen Krieges sowie dem Verlust städtischer Autonomie im Prozess des Ausbaus der Territorialherrschaft auch aufsteigende Tendenzen u.a. im Handel und eine fortschreitende Urbanisierung die Entwicklung bestimmten. Das Seminar führt zunächst in die Grundlinien der Stadtgeschichte und zentrale Probleme wie das Verhältnis von Territorialherrschaft und städtischer Selbstbehauptung ein. Dabei werden auch übergreifende und theoriebezogene Fragen behandelt, wie sie z.B. Max Weber in seinem großen Theorieentwurf zur europäischen Stadt thematisiert. In weiteren Schritten werden die Vielfalt des frühneuzeitlichen Städtewesens erkundet, die von Handels- und Freien Reichsstädten bis zu Residenzen reichte, sowie zentrale Fragen städtischer Existenz nach außen – wie z.B. Gewalt, Sicherheit und Autonomie – und nach innen – innere Verfassung, Gerechtigkeit und Stadtkultur – analysiert. Im Mittelpunkt stehen die Epoche zwischen 1648 und 1789 und das große gesellschaftliche Ringen zwischen städtischem Freiheitswillen in Wirtschaft, Recht und Politik und dem staatlichem Herrschaftsanspruch.

Literatur:
Heinz Schilling: Die Stadt in der Frühen Neuzeit. München 1993. Geschichte Berlins, hg. von Wolfgang Ribbe, Bd. 1, München 1987. Wolfgang Behringer/Bernd Roeck (Hgg.), Das Bild der Stadt in der Neuzeit 1400-1800, München 1999

Der Seminarplan als PDF zum Herunterladen

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