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TU Berlin

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Sasha Disko

Wenn die Weltstadt sich umwälzt: Die urbane Dimension von Revolutionen vom 18. Jahrhundert bis heute

Modul 6: Stadt im Netz, interlokal, international, global

Di 16-18 Uhr Tel 304 Beginn: 12.04.2011

Seminarplan

Gesellschaftspolitische Umwälzungen wurden oft durch städtisch-lokalisierbare Ereignisse ausgelöst und verbreiteten sich netzwerkartig von ihren Ausgangspunkten aus.  In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit der Geschichte von Revolutionen in der modernen Ära, ihren städtischen Herkünften und Auswirkungen. Städte sind und waren Hauptschauplätze neuer politischer Ideen und Bewegungen: von der Ausrufung der amerikanischen Revolution in Boston im Jahr 1776, zur Erstürmung der Bastille in Paris 1789, über die europaweiten Revolutionen von 1848 nicht nur in Paris und Berlin, bis hin zur Pariser Kommune 1871 als „archetypischer" urbaner Revolution. Im 20. Jahrhundert schrieb sich diese Geschichte fort: Leningrad als Hauptschauplatz der Russischen Revolution, die davon inspirierten Räterepubliken unter anderem in Berlin, Bremen und München gegen Ende des 1. Weltkrieges, die 68er Revolten in Paris und anderswo, die osteuropäischen Revolutionen in Jahr 1989 in Städten wie Prag, Leipzig und Berlin sowie schließlich die aktuellen Unruhen in Teheran, Tunis, Kairo und Benghazi. Welche spezifisch urbanen Konstellationen und Entwicklungen spielten in diese Revolutionen eine Rolle?  Wie und wann wurden die Potentiale revolutionärer Momente durch ihre städtische Lage verwirklicht, beschleunigt, oder behindert?  Kann der Befund, dass Revolutionen häufig städtisch verortet sind, dadurch erklärt werden, dass sich in Städten Macht und Bevölkerung konzentrieren oder gibt es Erklärungen, die darüber hinausreichen? Über welche Kommunikationsmittel haben sich revolutionäre Ideen verbreitet?  Was für eine Rolle spielte die zunehmende Ausweitung des Kommunikationsnetzes für den Verlauf von Revolutionen?  In Kontrast zu städtischen Revolutionen werden auch vom ländlichen Raum ausgehende Umwälzungen vergleichend analysiert. Ereignisübergreifend soll gefragt werden, wie Klassen- und Geschlechterverhältnisse sich in der Trägerschaft, der Thematik und dem Verlauf von Revolutionen ausdrückten.


Literatur:

Eric Hobsbawm, Europäische Revolutionen. 1789 bis 1848, Karl Marx, Manifest der kommunistischen Partei,  David Harvey, Consciousness and the Urban Experience, Benjamin L. Carp, Rebels Rising: Cities and the American Revolution, Henri Lefebvre, Aufstand in Frankreich: Zur Theorie d. Revolution in d. hochindustrialisierten Ländern, Mark Traugott, „Capital Cities and Revolution", Mark Traugott, „The Crowd in the French Revolution 1848", Robert Argenbright, "Bolsheviks, Baggers and Railroaders, Political Power and Social Space 1917-1921", Immanuel Wallerstein and Sharon Zukin, „1968: Revolution in the World System," Krishnan Kumar, „The Revolutions of 1989," Amina Elbendery, "Making History in Tahrir"

Zusatzinformationen / Extras

Quick Access:

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