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Center for Metropolitan StudiesPJ Verteilte Sicherheit in der Stadt. Praktische Einführung in Methoden der Datenerhebung und Auswertung

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Leon Hempel / Sabine Schröder

PJ Verteilte Sicherheit in der Stadt: Versuch einer Dichten Beschreibung von Sicherheitswahrnehmungen im Öffentlichen Nahverkehr. Praktische Einführung in Methoden der Datenerhebung und Auswertung


Modul 7: Methodik und Projektarbeit

Di 16-18 Uhr • TEL 304 • Beginn: 22.04.2008

Die sozialwissenschaftliche Sicherheits- und Risikoforschung hat sich seit langem intensiv, aus teils sehr unterschiedlichen Perspektiven, mit der Frage auseinandergesetzt, wie Differenzen im Sicherheitsempfinden zu erklären sind.

Ausgehend von der häufig beobachteten Diskrepanz zwischen Sicherheitseinschätzung und antizipierter Gewalt auf der einen Seite und der tatsächlichen Sicherheitslage und erlebten Gewalt auf der anderen Seite konnte aufgezeigt werden, dass Sicherheitswahrnehmungen weniger auf der tatsächlichen Sicherheitslage (wiedergespiegelt z.B. in der Kriminalitätsstatistik) beruhen, als vielmehr in Lebensformen verwurzelt, wie auch vom seelischen und körperlichen Zustand des Einzelnen abhängig sind. Gerade deshalb spielen auch die mediale Darstellung von Sicherheit und unterschiedlichen Kriminalitätsdelikten, sowie das Erscheinungsbild der Infrastrukturen eine entscheidende Rolle. Sicherheit verteilt sich auf unterschiedliche Medien im Raum. Dies gilt auch für den Öffentlichen Nahverkehr, der trotz relativer Sicherheit als ein Unsicherheitsraum im hohen Maße erlebt wird. So gelten Tages- und Nachtzeiten in Abhängigkeit zu Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund bekanntlich als entscheidende Indikatoren des Sicherheitsempfindens von Fahrgästen. Ebenso spielen aber auch die jeweiligen Raumnutzungen und Sozialstrukturen von durchquerten Gebieten, die im ÖPNV-Netz verbunden sind, eine entscheidende Rolle. Nicht zuletzt haben selbst Fahrzeugtypen und deren Bauweise bei Bus, Bahn und Tram und selbst die Art des Streckenverlaufes einen Einfluss auf das Sicherheitsempfinden von Fahrgästen. Es entstehen vielteilige, heterogene Landkarten von sicheren und unsicheren Orten.

Im Rahmen eines durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technik geförderten Verbundvorhabens zur Subjektiven Sicherheit im ÖPNV soll im Seminar der Versuch unternommen werden, den Berliner S-Bahn-Ring als eines der fünf Testfelder im Projekt mit Hilfe der empirischen Methode der „Dichten Beschreibung“ als solch eine Landkarte zu erfassen. Hierzu wollen wir zunächst aus der konkreten Feldbeobachtung ein Modell relevanter Geographien, Layer oder auch einfach Beschreibungsebenen entwickeln. Zugleich werden geeignete Verfahren der Beschreibung zu diskutieren und dann auch zu erproben sein. Vor allem gilt es aber ein Gespür für die Eignung unterschiedlicher qualitativer Methoden in der konkreten Praxis der Feldbeschreibung zu entwickeln und dabei auch die Position des Forschers als Beobachter theoretisch zu hinterfragen. Ergänzt wird die Arbeit durch Lektüre ausgewählter Texte. Ziel ist es darüber hinaus, die Ergebnisse in einer gemeinsamen Projektdokumentation festzuhalten.

Zur vorbereitenden Lektüre: Clifford Geertz, Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme, Frankfurt a.M. 2003 (Auszug anzufordern unter hempel@ztg.tu-berlin.de)

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