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TU Berlin

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Dagmar Thorau / Georg Wagner-Kyora

Stadt – Bürger – Partizipation. Politik und Herrschaft in europäischen Städten 500 v. Chr. – 2000

Modul 1: Governance und Public Sector in der europäischen Stadtgeschichte
Mo 12-14 Uhr • TEL 304 • Beginn: 20.04.2009

Ein Schlüsselwerk kommunaler Kunst schmückt seit dem 14. Jahrhundert den Palazzo Pubblico von Siena: Die farbenprächtigen Fresken Lorenzettis führen die Segnungen der ‚Guten Regierung’, des Buon Governo, und die Schrecken der Schlechten Regierung für die Bürgergemeinschaft vor Augen – Idealbild städtischer Verwaltung und Mahnung an die Stadtregierung, Zielvorgabe ebenso wie selbstbewußte Repräsentation des Erreichten in der jungen Kommune. Die Entschlüsselung und historische Einordnung der Ikonographie dieser Fresken wird uns als Ausgangspunkt dienen, um in diachron vergleichender Analyse Verfassung und Verfaßtheit der Städte der griechisch-römischen Antike, die kommunale Politikkultur der Frühen Neuzeit zwischen Ständen und Städtefreiheit, die Magistratsverfassungen der deutschen Großstädte im späten 19. Jahrhundert und für das 20. Jahrhundert den Stellenwert von kommunalen Parteien, kommunaler Verwaltung und zentralstaatlicher Regelungskompetenz vor dem Hintergrund bürgerschaftlichen Engagements in der Zivilgesellschaft zu untersuchen. Wir wollen die europäische Stadt über zweieinhalb Jahrtausende als den Ort kennenlernen, an dem sich Bürger von einer beherrschten Schicht zu selbstbewußten Akteuren in der Öffentlichkeit ausbildeten. Die Stadt war der Ort, wo sie sich unter je spezifischen politischen, ökonomischen und ideengeschichtlichen Konstellationen von der Autokratie Weniger emanzipierten. An den zentralen Konfliktlinien des Ringens um die bestmögliche Verfassung, der Verwerfungen zwischen Arm und Reich und der Frage nach der aktiven Zugehörigkeit zur Stadtgemeinschaft ihre Konzepte von bürgerlicher Freiheit wurden bürgerschaftliche Pflichten, Mitbestimmung und Verantwortung entwickelt.

Literatur:
Werner Dahlheim, An der Wiege Europas. Städtische Freiheit im antiken Rom, Frankfurt a. M. 2000; Walter Eder, Who Rules? Power and Participation in Athens and Rome, in: Anthony Molho u.a. (Hgg.), City-States in Classical Antiquity and Medieval Italy, Ann Arbor 1992, S. 169-196; Franz Heigl, Die Geschichte der europäischen Stadt, Graz 2008; Christian Hochmuth / Susanne Rau (Hgg.), Machträume der frühneuzeitlichen Stadt, Konstanz 2006; Robert J. Morris/ Richard H. Trainor (Hgg.), Urban Governance. Britain and Beyond since 1750, Aldershot u.a. 2000; Herfried Münkler/ Harald Bluhm (Hgg.), Gemeinwohl und Gemeinsinn. Historische Semantiken politischer Leitbegriffe, Berlin 2001.

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