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TU Berlin

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Dorothee Brantz / Adrian von Butlar

Ring-VL Geschenke der Amerikaner

Do 18-20 Uhr • Amerika-Haus und ab 25.6. A 053 • Beginn: 08.05.2009

Ring-VL Geschenke der Amerikaner

Als die ersten amerikanischen Besatzer im Juli 1945 nach Berlin kamen, waren sie schockiert vom Ausmaß der Zerstörung.  Der anschließende Wiederaufbau stellte sowohl die Bevölkerung als auch die alliierten Siegermächte vor große Herausforderungen, besonders da Berlin bald zur Frontstadt des Kalten Krieges avancierte und somit eine zentrale ideologische Stellung im Ost-West-Konflikt der folgenden Jahrzehnte einnahm.  Im Westteil der Stadt engagierten sich besonders die Amerikaner, die ihre Mitverantwortung für die Zukunft Berlins  nicht nur während der Luftbrücke demonstrierten sondern auch architektonisch im Stadtbild verankerten. Bauten wie etwa das Amerika Haus, die Amerika Gedenkbibliothek, der Henry Ford Bau der FU, das Studentendorf Schlachtensee oder die Kongresshalle und die Akademie der Künste waren als kulturelle Institutionen, als Orte der Begegnung und nicht zuletzt als Bausteine in der Demokratisierung der deutschen Gesellschaft gedacht. Ihre Architektursprache war Ausdruck einer bewussten Abkehr von der nationalsozialistischen Vergangenheit und der Hinwendung zu den Glücksversprechen einer freiheitlichen Moderne. Blickt man jedoch genauer hin, zeigt sich oftmals ein viel komplexeres Bild, das Fragen in Bezug auf die Instrumentalisierung dieser Gebäude in den ideologischen Auseinandersetzungen  zwischen Ost und West aufwirft.  Das ambivalente Verhältnis zwischen freiheitlicher Symbolik und Ideologie kam besonders bei der Freiheitsglocke im Schöneberger Rathaus zum Ausdruck.  Andere Einrichtungen wie die Militärkasernen oder der unter amerikanischer Hoheit betriebene Flughafen Tempelhof erinnern daran, dass West-Berlin eine besetzte Stadt und ein strategischer Stützpunkt im Kalten Krieg gewesen ist.  Und wieder andere wie das Europa-Center unterstreichen den zunehmenden Einfluss von Konsum, Kommerz und Amerikanisierung beim Wiederaufbau der Stadt und Gesellschaft.

Die Ringvorlesung widmet sich in Form einer öffentlichen Vortragsreihe der Frage, wie die amerikanische Präsenz das Stadtbild West-Berlins geprägt hat.  Anhand zentraler Beispiele blicken Experten auf und hinter die Fassaden, um die architektonische und institutionelle Bedeutung dieser „Geschenke“ der Amerikaner zu untersuchen und ihre ideologische Funktion in der geteilten Stadt kritisch zu hinterfragen.  In der abschließenden Podiumsdiskussion soll nicht nur die historische und architektonische Bedeutung, sondern auch der gegenwärtige Umgang mit diesem Erbe und dessen zukünftige Rolle diskutiert werden. In Verbindung mit der gleichnamigen Fotodokumentation im Amerikahaus wendet sich die Ringvorlesung an alle, die mehr über die amerikanische Präsenz und West-Berlins Nachkriegsmoderne wissen wollen.

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