direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Celina Kress / Nicola Bröcker / Simone Oelker

Projektseminar: Fritz | Dorf | Stadt. Kolonistendörfer in der Metropolregion

Eine mobile Ausstellung in Berlin und Brandenburg im Rahmen von Kulturland-Brandenburg „Friedrich 300“, 2012

Modul 7: Methodik und Projektarbeit

Mi 12-16 Uhr • TEL 304 • Beginn: 11.04.2012

Seminarplan

Wieso existieren Dörfer in der Stadt? Woher kommen die Maulbeerbäume? Was ist innere Kolonisation? Friedrich der Große hat besonderen Anteil an Berlins migrantischer Mischung: Mitte des 18. Jahrhunderts suchte er kreative und einsatzbereite Menschen zur Modernisierung seines Landes. Dabei setzte er auf Toleranz, Technik und Talent und lockte vor allem Glaubensflüchtlinge aus vielen Teilen Europas in das dünn besiedelte, rückständige Preußen. Sie erhielten Land, rationell gestaltete Wohnhäuser, Gemeinschaftsbauten und eine Kirche. Benötigt wurden zum Beispiel Spinner und Weber als Zulieferer für die Manufakturen in Berlin, die so zum Ausbau des wirtschaftlich wichtigen Textilgewerbes beitrugen. Friedrich II. wollte nach französischem Vorbild kostbare Seide produzieren. Mit der Anlage von Maulbeerplantagen und Schulungen zum Seidenanbau erreichte die Förderung der Maulbeerkultur unter ihm ihren Höhepunkt.

Inzwischen sind viele der dabei entstandenen „Kolonistendörfer“ zu Teilen der Stadt geworden, mit jeweils ganz unterschiedlichen Qualitäten: inmitten verdichteter Berliner und Potsdamer Miethäuser haben sich die dörflichen Strukturen bis heute erhalten. Sie sind wertvolle Kulturdenkmale. Das baukulturelle und lebensweltliche Erbe der ehemaligen Kolonisten ist wichtiger Bestandteil bei der Bestimmung neuer urbaner Ziele und Inhalte. Auf der Basis von Innovationskraft und individueller Leistungsfähigkeit hat sich hier ein besonderer Bürgerstolz entwickelt, der in traditionellen Stadtteilfesten allgemein sichtbar und erlebbar wird.

Anhand ausgewählter Orte in Berlin – Rixdorf (Neukölln) und Friedrichshagen und in Brandenburg – Nowawes (Babelsberg) und Erkner – soll verschiedenen Fragestellungen nachgegangen werden, z.B.: Analyse der baulich-räumlichen Struktur der Kolonistenhäuser und der Dörfer in der Stadt. In welchem Zustand befindet sich das bauliche Erbe? Welchen Sinn haben Schutz und Erhalt? Die Bewohner: Wer wohnte und wer wohnt in den Häusern? Welche räumlichen und lebensweltlichen Besonderheiten weisen die urbanisierten Dorfstrukturen auf? Welche Bedeutung haben dörfliche Strukturen in der Stadt? Welche besonderen Möglichkeiten eröffnen sie? Inwiefern prägt ihre Geschichte das Denken und Handeln der Bewohner und Gewerbetreibenden heute und wie strahlt das auf die urbane Umgebung aus?

Die Ergebnisse der Recherchen werden in einem transportablen Ausstellungsmodul präsentiert. Dieser „Ausstellungswürfel“ (120 x 120 cm) ist mit integrierten Ausstellungsmedien wie beleuchteten Vitrinen, Schubladen und Präsentationsfächern versehen. Im Rahmen eines Stadtfestes wird er nacheinander an den vier Orten präsentiert und für einen weiteren Ausstellungszeitraum am jeweiligen Ort gezeigt. Die Ausstellung ist integraler Bestandteil des diesjährigen Programms von Kulturland-Brandenburg. Die Inhalte und Aktivitäten des mobilen Ausstellungsprojekts werden dokumentiert.

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe