direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Paul Sigel

Projektseminar: Neues Wohnen Neukölln

(in Kooperation mit dem Kulturamt Neukölln und dem Heimatmuseum Neukölln)

Modul 7: Methodik und Projektarbeit

Mo 10-14 Uhr • TEL 304 • Beginn: 16.04.2012

Neukölln erfährt seit geraumer Zeit auf allen Ebenen eine zunehmende Aufmerksamkeit. Problematische Sozialdaten einerseits und ein schillerndes Image als aufblühender Ort junger Kunst und Kreativwirtschaft andererseits machen Neukölln, das lange Zeit im Schatten seiner Nachbarbezirke stand, zu einem der gegenwärtig spannungsvollsten Bezirke Berlins mit höchst ambivalentem Image. Doch Neukölln weist auch eine hoch interessante Geschichte auf. Entstanden aus dem mittelalterlichen Dorf Rixdorf und dem in den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts angelegten Kolonistendorf Böhmisch-Rixdorf, entwickelte sich der Ort seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zu einer eigenständigen und prosperierenden Großstadt, die 1912 in Neukölln umbenannt und schließlich 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet wurde.

Nicht zuletzt im Blick auf seine städtebauliche Entwicklung und seinen Wohnungsbaubestand bietet Neukölln ergiebiges stadthistorisches Anschauungs- und Quellenmaterial. Das Projektseminar Neues Wohnen Neukölln definiert daher im historischen Längsschnitt eine Reihe markanter Wohnungsbauprojekte, die exemplarisch für jeweils innovative Konzepte des großstädtischen Wohnens stehen, gleichzeitig einen Überblick zur Architektur- und Städtebaugeschichte Rixdorfs/Neuköllns bis zur Gegenwart bieten und schließlich im Blick auf ihre Rezeption, ihren heutigen Zustand und – nicht zuletzt – aus der Bewohnerperspektive untersucht werden können. Denkbar wären vor allem folgende Beispiele: Exemplarisches Kolonistenhaus im Ortskern von Böhmisch-Rixdorf; exemplarisches Beispiel des gründerzeitlichen Wohnungsbaus um 1900, z.B. Schillerpromenade; exemplarisches Beispiel der Städtebaureform um 1910, z.B. Idealpassage;  exemplarisches Beispiel des genossenschaftlichen Siedlungsbaus der Zwischenkriegszeit, z.B. die Kolonie Ideal; exemplarisches Beispiel der Wohnungsfürsorge der Weimarer Republik, z.B. das Obdachlosenwohnheim Teupitzer Straße; exemplarisches Beispiel des Großsiedlungsbaus an der Peripherie, z.B. die Gropiusstadt; Beispiel einer spätmodernen Großstruktur, z.B. die High-Deck-Siedlung; Beispiel der Stadtsanierung der 1970er Jahre, z.B. das Rollberg-Quartier; Beispiel des ökologischen Wohnungsbaus, z.B. die Grünen Häuser Britz sowie aktuelle Beispiele.

Die Beispiele sollen durch Quellenstudium im Rahmen einer architektur- und wohnungsbauhistorischen Analyse dokumentiert werden, weiterhin als typische Beispiele jeweils innovativer Wohnungsbaukonzepte analysiert werden. Darüber hinaus sollen sie im Blich auf ihre heutige Nutzung, ihre Problematik und ihre Potentiale befragt werden (Interviews mit Bauträgern, Sanierungsträgern, Denkmalpflege, Quartiersmanagement etc.) und schließlich auch unter Einschluss der Bewohnerperspektive vorgestellt werden. Ziel des Projekts ist eine Dokumentation der Ergebnisse, die z.B. als Beitrag zum „Mobilen Museum“ des Heimatmuseums Neukölln im Winter 2012/Frühjahr 2013 gezeigt und ggf. auch online präsentiert wird.

Einführende Literatur:
Berlin und seine Bauten, Teil 4 / Bd.B: Die Wohngebäude. Mehrfamilienhäuser, Berlin 1974.
100 Jahre Bauen für Neukölln. Eine kommunale Baugeschichte, hrsg. vom Bezirksamt Neukölln von Berlin, Berlin 2005; 100 Jahre Passage Neukölln, hrsg. von Dorothea Kolland, Berlin 2010; Wüstenrot Stiftung (Hrsg.): Geschichte des Wohnens, 5 Bände, Stuttgart 1996-1999.

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe