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TU Berlin

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Barbara Piatti (ETH Zürich) / Dagmar Thorau

SE / Exkursion Stadtvisionen 1820 | 2020 – Basel zwischen Tradition und Transformation

Modul 7: Methodik und Projektarbeit

Vorbereitungsseminar: Do, 05.07.2012, 10-16 Uhr & Fr, 06.07.2012, 10-14 Uhr • TEL 304

Exkursion nach Basel: 16.-18.10. 2012

Auf kleinstem Raum (knapp 23 km2) finden sich in Basel derzeit mehrere Dutzend Stadtentwicklungsprojekte, mit denen die reiche Stadt am Rhein auf die Herausforderungen des urbanen Lebens im 21. Jahrhundert reagiert.

Basel bildet das Zentrum eines sich über drei Länder erstreckenden Metropolitanraumes – sichtbarer Ausdruck davon sind die drei rege benutzten Bahnhöfe der Stadt: ein schweizerischer, ein deutscher und ein französischer. Mit nur 190.000 Einwohnern verfügt Basel dennoch über beachtliche ökonomische, wissenschaftlich-technische, kulturelle Potentiale, was Tourismus und Presse immer wieder zu Etikettierungen wie „Weltstadt im Taschenformat“ (Spiegel online) animiert. Zugleich wird Basel eine ausnehmend hohe Lebens- und Arbeitsqualität attestiert, die nicht zuletzt auf eine jahrhundertealte Kultur der Bürgerpartizipation und des Mäzenatentums zurückzuführen ist.

Neben seiner Rolle als Kunstzentrum mit internationaler Ausstrahlung, dem Pluspunkt einer intakten Altstadt einerseits und einer vielbeachteten Szene zeitgenössischer Architektur andererseits erhält Basel ein ganz spezifisches Profil durch seine Stiftungsdichte. Über 900 Stiftungen verwalten hier ein Vermögen von insgesamt 15 Milliarden Franken. Ihre Aktivitäten prägen das Stadtbild: Museen, Theatersäle, Bibliotheken, Wohnanlagen, Grünflächen, Entwicklungsareale für eine Stadt der Zukunft gehören zu ihren Betätigungsfeldern. Soziales und Kultur stehen ganz oben auf den Listen.

Gegenwärtig wird vom Rheinhafen über den neuen Unicampus bis hin zu umfassenden Quartierneugestaltungen geplant, gebaut und bereits genutzt – Basel zeigt sich als höchst produktives Labor der Stadtentwicklung, eine Entwicklung, die sich auf theoretischer Ebene auch im ETH Studio Basel und in praktischer Hinsicht am Novartis Campus, der sogenannten „Stadt in der Stadt“, verfolgen läßt.

Doch diese Produktivität und Experimentierfreude, verbunden mit der Reflexion darüber, wie die Gestaltung der städtischen Räume den Bedürfnissen möglichst vieler Bewohnergruppen Rechnung tragen kann, beginnt bereits im 18. Jahrhundert und steigt im 19. Jahrhundert massiv an. Mäzene und Gönner haben sich mit großen Projekten und namhaften Beiträgen um das Wohl der Allgemeinheit gekümmert, allen voran die Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige (gegründet 1777) und die Christoph Merian Stiftung (gegründet 1886). Beide waren seit ihrer Gründung kontinuierlich tätig, sind heute aber mehr denn je als Motoren der Stadtproduktion zu bezeichnen (siehe www.ggg-basel.ch und www.merianstiftung.ch).

Im Rahmen des Seminars blicken wir auf der Zeitachse in beide Richtungen, indem wir uns mit exemplarischen Schauplätzen und Akteuren der Stadtproduktion im 19. und im 21. Jahrhundert auseinandersetzen.

Die zentralen Fragen, denen wir in diesem Kontext nachgehen wollen, lauten: Welche Visionen stehen hinter den im 19. Jahrhundert realisierten Projekten zur Stadtentwicklung, welche im 21. Jahrhundert? Nach welchen Kriterien wurde jeweils eine bessere, lebenswertere Stadt geplant, und wie und mit welchen Ergebnissen wurden diese Pläne umgesetzt?


Vorgesehen sind Besuche u.a. folgender Einrichtungen, Areale und Institutionen:

Schlaglichter auf das 19. Jahrhundert:

 Schlaglichter auf das 21. Jahrhundert:

 

Einführende Literatur:
- Team Stratenwerth (Hg.), Hier und Dort. Chronik 1900-1999. Eine Ausstellung über Basel im 20. Jahrhundert, Mai – Oktober 2011, Basel 2011
- Peter Habicht, Basel – Mittendrin am Rande. Eine Stadtgeschichte, Basel 2008; Christoph Merian Stiftung (Hg.)
- Basler Stadtbuch 2010, Schwerpunkt Stadtentwicklung, Basel 2011
- Gerhard Vinken, Zone Heimat. Altstadt im modernen Städtebau, Berlin/ München 2010
- Jörg Becher, Die Hauptstadt der Stifter. In: TagesWoche, 3.2.2012, S. 6-11: http://www.tageswoche.ch/de/2012_05/basel/383889/ (über den Button „Rückseite“ ist das vollständige PDF abrufbar)
- Robert Labhardt, Kapital und Moral. Christoph Merian – eine Biografie, Basel 2011
- Roger Diener, Jacques Herzog, Pierre de Meuron / ETH Zürich, Studio Basel, Institut Stadt der Gegenwart (Hg.), Die Schweiz – ein städtebauliches Portrait, 3 Bde., Basel 2005

Für einzelne Stadtteile, in der Schweiz „Quartiere“ genannt, gibt es von Insidern verfaßte Reiseführer:
- Ewald Billerbeck, Hans-Jörg Beutter, Gundeldingen – Der Reiseführer. Leben zwischen Bahn und Villenviertel, Basel 2009
- Barbara Lüem, Basel Kleinhüningen – Der Reiseführer. Hafen, Dorfidylle, Industriequartier: Basels Norden, Basel 2008
- Ewald Billerbeck, Basel St. Johann – Der Reiseführer. Zwischen City, Campus und Kannenfeld, Basel 2010

Weitere Links: 
- Kantons- und Stadtentwicklung - http://www.entwicklung.bs.ch/
- Schweizerisches Architekturmuseum - http://www.sam-basel.org/home.html
- Novartis Campus - http://www.novartis.ch/aboutnovartis/campus/campus-tours.shtml

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