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TU Berlin

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Paul Sigel

SE / Exkursion Traditionslinien-Innovationen-Identitätskonstruktionen: Schauplatz Dresden

Modul 7: Methodik und Projektarbeit

Vorbereitungsseminar: Do, 07.06.2012, 10-12 Uhr & Do, 28.07.2012, 10-18 Uhr • TEL 304

Exkursion nach Dresden: 17.07.-19.07.2012

Der Schauplatz Dresden bietet ein außerordentlich faszinierendes Spektrum an Themenschwerpunkten, die im Rahmen einer Exkursion für Studenten der Historischen Urbanistik anschaulich vertieft werden können. Zum einen kann hier exemplarisch die Entwicklung der Residenzstadt und Kulturmetropole seit ihrer ersten Blütezeit in der Renaissance bis heute verfolgt werden, zum anderen weist Dresden wie wenige andere Städte eine das Stadtbild prägende Verwebung von urbaner Struktur und Naturraum auf, die eine Identität stiftende Kulturlandschaft schuf. Doch Dresden war auch eines der Innovationszentren der Kulturreform des Anfangs des 20. Jahrhunderts, hier wurde im Rahmen der Kunstgewerbeausstellung von 1906 die Gründung des Deutschen Werkbundes vorbereitet, hier wurde 1908 der Bau der ersten deutschen Gartenstadt in Hellerau begonnen und durch die Initiative Karl August Lingners im Rahmen der ersten Internationalen Hygieneausstellung von 1911 das Thema moderner Stadthygiene in den Fokus des wissenschaftlichen Stadtdiskurses gerückt. Heute wiederum steht Dresden exemplarisch für mehrschichtige Identitätsfindungsprozesse, die sich einerseits in der Affirmation des Topos der Kunst- und Kulturmetropole, in weltweit Aufsehen erregenden Rekonstruktionsprojekten und der Thematisierung einer neuen Bürgerlichkeit manifestieren. Andererseits besitzt die Stadt mit der Prager Straße eines der eindrucksvollsten Beispiele der sozialistischen Moderne, deren kritische Aneignung den Diskurs um die städtebauliche Entwicklung Dresden nach 1989 wesentlich bestimmt hat; darüber hinaus weist Dresden mit der Äußeren Neustadt ein anschauliches Beispiel eines gegenwärtigen Spannungsfeldes von Stadtentwicklung, Denkmalpflege und alternativer Stadtteilkultur auf. Die Exkursion wird die Vielfalt der Themenstränge durch gezielte Schwerpunktsetzungen und den Einbezug ausgewiesener Experten vor Ort vertiefen.

Einführende Literatur:
Fritz Löffler: Das alte Dresden – Geschichte seiner Bauten, Leipzig 1989; Matthias Lerm: Abschied vom alten Dresden. Verluste historischer Bausubstanz nach 1945, Leipzig 1993; Werner Durth, Jörn Düwel, Niels Gutschow: Architektur und Städtebau der DDR. Die frühen Jahre, Berlin 2007, S. 194-227 sowie S. 302-355; Dresdner Hefte, H. 71, Februar 2005: Die Dresdner Frauenkirche. Geschichte ihres Wiederaufbaus; Sächsische Akademie der Künste / Stadtplanungsamt Dresden: Historisch contra modern? Erfindung oder Rekonstruktion der historischen Stadt am Beispiel des Dresdner Neumarkts, Dresden 2008; Dresdner Hefte, H. 100, April 2009: Zwanzig Jahre neues Dresden.

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