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TU Berlin

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Celina Kress

Landschaft als Metapher des Urbanen

Modul 5: Urbanisierung, Suburbanisierung, Wachstum und Schrumpfung

 

Di 16-18 Uhr • HBS 103 • Beginn: 14. April 2015

 

Der Wiener Architekt und Städtebauer Camillo Sitte beschreibt die Stadt 1891 als „wahrhaft ein Stück lebendiger Natur, wie Berg und Wald, wo die lieben Thierlein alle ihre erbgesessenen Nester haben (...)“. Andere Autoren sprechen zur selben Zeit von der Stadt als „Moloch“ oder „Bestie“. 1908 widmet sich eine berühmte Beschreibung der landschaftlichen Schönheit der modernen Stadt: „(...) Und doch auch hier ist Natur, ist Landschaft. Das wechselnde Wetter, die Sonne, der Regen, der Nebel, formen aus dem hoffnungslos Hässlichen seltsame Schönheit.“ (August Endell)

Die Zitate deuten an, wie vielfältig die Bilder sind, mit und in denen die Stadt sichtbar werden soll. So lässt sich die Urbanisierungsgeschichte der letzten 150 Jahre auch im Wandel der Bilder für die Stadt erzählen. Das Seminar richtet den Fokus auf Landschaftsbezüge und –vergleiche. Urbanisierungsdynamiken des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart werden in Bezug auf das gewandelte Verhältnis von Stadt und Landschaft untersucht. Verlustängsten in Bezug auf Heimat, Natur und Verwurzelung steht die Euphorie für das Urbane als besonderer Verdichtung kultureller Neuerungen gegenüber. Wir werden verschiedene Phasen und Konjunkturen des Landschaftsvergleichs im Verlauf der letzten anderthalb Jahrhunderte identifizieren und charakterisieren. Dabei werden wirkungsmächtige Konzepte wie die Gartenstadt, die Stadtlandschaft (in der klassischen Moderne) und die Europäische Stadt neuen Perspektiven und Fragestellungen unterworfen. Schließlich geht es auch darum, die Attraktivität neuer urbaner Praktiken wie des „Urban Gardening“ und der konstatierten „Landlust“, wie auch die aktuelle „Landflucht“ besser zu verstehen, historisch einzuordnen, und ihre Bedeutung für Stadtentwicklungspolitiken in der Gegenwart und Zukunft zu diskutieren.

 

Das Seminar findet ab dem 14.04.2015  14-tägig statt

und steht inhaltlich in Beziehung zu den Exkursionen nach Weimar und Dresden.

 

 

Literatur:

Thomas Kirchhoff: Vieldeutige Natur: Landschaft, Wildnis und Ökosystem als kulturgeschichtliche Phänomene, Bielefeld 2009; Sonja Hnilica: Metaphern für die Stadt. Zur Bedeutung von Denkmodellen in der Architekturtheorie; August Endell: Die Schönheit der großen Stadt, Berlin 1984; Lucius Burckhardt: Warum ist Landschaft schön? Thomas Sieverts: Zwischenstadt, zwischen Ort und Welt, Raum und Zeit, Stadt und Land, Braunschweig 1997; Susanne Hauser: Ästhetik der Agglomeration, Wuppertal 2006.

 

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