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TU Berlin

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Paul Sigel

Traditionslinien-Innovationen-Identitätskonstruktionen: Schauplatz Dresden

Exkursion: 3 Tage, voraussichtlich Donnerstag, 14.07.2016, bis Samstag, 16.07.2016

Modul 7: Methodik und Projektarbeit

Der Schauplatz Dresden bietet ein außerordentlich faszinierendes Spektrum an Themenschwerpunkten, die im Rahmen einer Exkursion für Studierende der Historischen Urbanistik anschaulich vertieft werden können. Zum einen lässt sich hier exemplarisch die Entwicklung der Residenzstadt und Kulturmetropole seit ihrer ersten Blütezeit in der Renaissance bis heute verfolgen, zum anderen weist Dresden wie wenige andere Städte eine das Stadtbild prägende Verwebung von urbaner Struktur und Naturraum auf, die eine Identität stiftende Kulturlandschaft schuf. Doch Dresden war auch eines der Innovationszentren der Kulturreform vom Anfang des 20. Jahrhunderts, hier wurde im Rahmen der Kunstgewerbeausstellung von 1906 die Gründung des Deutschen Werkbundes vorbereitet, hier wurde 1908 der Bau der ersten deutschen Gartenstadt in Hellerau begonnen, und durch die Initiative Karl August Lingners im Rahmen der ersten Internationalen Hygieneausstellung von 1911 das Thema moderner Stadthygiene in den Fokus des wissenschaftlichen Stadtdiskurses gerückt.

Heute wiederum steht Dresden exemplarisch für mehrschichtige und vielfach widersprüchliche Identitätsfindungsprozesse. Nach der traumatisierenden Zerstörungserfahrung im Februar 1945 und komplexen Wiederaufbauschritten entwickelte sich der Topos der Kunst- und Kulturmetropole nach dem Ende der DDR mehr denn je zum zentralen und international vermarkteten Identitätsmerkmal, das gerade auch durch zahlreiche Rekonstruktionsprojekte greifbar wird. Andererseits besitzt die Stadt eindrucksvolle Bauten und städtebauliche Ensembles der späten Moderne der 1960er Jahre, deren kritische Aneignung den Diskurs um die städtebauliche Entwicklung Dresden nach 1989 wesentlich mitbestimmt hat. Schließlich sollen auch die für Dresden scheinbar typischen ambivalenten Konzeptionen von städtischer Bürgerlichkeit zwischen affirmativer Selbstbezogenheit und Offenheit thematisiert werden. Die Exkursion wird die Vielfalt der Themenstränge durch gezielte Schwerpunktsetzungen und den Einbezug ausgewiesener Experten vor Ort vertiefen.

Literatur:
Fritz Löffler: Das alte Dresden – Geschichte seiner Bauten, Leipzig 1989; Matthias Lerm: Abschied vom alten Dresden. Verluste historischer Bausubstanz nach 1945, Leipzig 1993; Dresdner Hefte, H. 71, 2002: Die Dresdner Frauenkirche. Geschichte ihres Wiederaufbaus; Dresdner Hefte, H. 84, 2005: Mythos Dresden. Faszination und Verklärung einer Stadt; Werner Durth, Jörn Düwel, Niels Gutschow: Architektur und Städtebau der DDR. Die frühen Jahre, Berlin 2007, S. 194-227 sowie S. 302-355; Sächsische Akademie der Künste / Stadtplanungsamt Dresden: Historisch contra modern? Erfindung oder Rekonstruktion der historischen Stadt am Beispiel des Dresdner Neumarkts, Dresden 2008; Dresdener Hefte, H. 93, 2008: Bürgertum und Bürgerlichkeit in Dresden; Dresdner Hefte, H. 100, 2009: Zwanzig Jahre neues Dresden.

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