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TU Berlin

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EX Doppelstadt Halle

Dagmar Thorau

 

Exkursion: Die Doppelstadt Halle

 

Modul 7: Methodik und Projektarbeit

Exkursion: 23.07.-25.07.2018

Noch immer muß zusammenwachsen, was 1990 zusammengeschlossen wurde: Östlich der Saale die traditionsreiche Universitätsstadt Halle mit ihrer reichen historischen Bausubstanz aus Renaissance, Barock und Klassizismus, zwei erzbischöflichen Burgen, den Franckeschen Stiftungen, Dom, Marienkirche und Händelhaus... und westlich des Flusses eine der größten je industriell errichteten Siedlungen der Moderne mit den neun entlang der Magistrale sich um das Zentrum der Neustädter Passage weiträumig ausbreitenden Plattenbau-Wohnkomplexen der ehemaligen Chemiearbeiterstadt, 1964 als „steinerne Verheißung einer sozialistischen Zukunft“ (A. Wiesener) gegründet.

– ‚Balanceakt Doppelstadt’ lautete für Halle denn auch das Thema der IBA Stadtumbau 2010. Damit war ein Leitgedanke der Stadtentwicklung markiert. In den Visionen der DDR-Stadtplaner sollte die neue Stadt die alte ersetzen, seit den 1990er Jahren ist die Tendenz nun gegenläufig: Die Altstadt – in den 80er Jahren als „Diva in Grau“ betrauert – blüht wieder auf, während ‚Halle-Neustadt’ zum Paradebeispiel einer shrinking city wurde. Allen bisher unternommenen baulich-räumlichen Interventionen zum Trotz stehen die beiden Stadtteile dies- und jenseits der Saale einander nach wie vor ambivalent gegenüber und loten ihre Identität und ihre zukunftsfähigen Potentiale aus.

Auf der dreitägigen Exkursion werden wir die beiden Pole der größten Stadt Sachsen-Anhalts erkunden, um bei Begehungen und Führungen sowie in Gesprächen mit Expertinnen und Akteuren vor Ort zentrale Fragen rund um Stadtumbau und -entwicklung zu beleuchten, z.B. diese: Inwiefern kann das historische Erbe der vormodernen Altstadt genauso wie das der städtebaulichen Moderne der DDR für die Zukunft der Stadt fruchtbar gemacht werden? Mit welchen Maßnahmen kann Neustadt strukturell, ökonomisch und kulturell aufgewertet werden? Kann Halle tatsächlich, wie es Saskia Sassen einmal formuliert hat, als Trendsetter gegen die Monokultur isolierter Megacities gelten?

Einführende Literatur:

Albrecht Wiesener, Steinerne Verheißungen einer sozialistischen Zukunft. Der Bau Halle-Neustadts in gesellschaftsgeschichtlicher Perspektive, in: Christoph Bernhardt/Thomas Wolfes (Hgg.), Schönheit und Typenprojektierung. DDR-Städtebau im internationalen Vergleich. Erkner b. Berlin 2005, S. 229-255; Georg Wagner-Kyora, Graue Diven erfinden sich selbst. Akteurshandeln und Identitätskonstruktion in Entscheidungsprozessen über die Altstadtsanierung von Halle und Leipzig 1990 -2003, in: Andreas Ranft/ Stefan Selzer (Hgg.), Städte aus Trümmern. Katastrophenbewältigung zwischen Antike und Moderne, Göttingen 2004, S. 201-273; Masterlabor 2146 (Harald Kegler u.a.), Halle-Neustadt – Stadt in zwei Systemen. Bilanz und Ausblick einer Modellstadt der Moderne, in: Die Planerin 2/2015, S. 53-54.

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