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Center for Metropolitan StudiesSehnsuchtslandschaften

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PJ Sehnsuchtslandschaften. Zur Geschichte utopischer Landentwürfe zwischen Kaff und Kommunismus

Stefan Höhne

Projektseminar

Dienstag 14-16 • Beginn 16.04.2018 • CMS-Lounge

Die Dynamiken der Industrialisierung und Modernisierung haben nicht nur die Städte sondern auch das Land tiefgreifend umgestaltet. Insbesondere seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben die Dörfer und Landschaften vielfältige Prozesse kultureller, ökonomischer und auch ästhetischer Urbanisierung durchlaufen, die in jüngster Zeit auch unter dem Stichwort „Planetary Urbanisation“ behandelt werden. Heute gelten die die ländlichen Räume Zentraleuropas jedoch als Verlierer der Globalisierung und sind von Überalterung, Abwanderung und Armut bedroht.

Dessen ungeachtet dienen Land und Dorf gerade aus Sicht der Stadtbevölkerung immer wieder als idyllische Gegenpole zu den Strapazen und Zurichtungen des modernen Alltags. Spätestens seit dem Beginn der Industrialisierung und der Romantik als ihrer ersten Gegenbewegung verspricht das Landleben Autonomie, Solidarität und die Möglichkeit eines nicht-entfremdeten Lebens und Arbeitens. Die lange Konjunktur dieser Ideen bezeugen die zahlreichen historischen Versuche der Realisierung emanzipatorischer Lebensentwürfe, die sich an Vergemeinschaftungsformen des Dörflichen orientieren: von den Phalanstères des französischen Frühsozialisten Charles Fourier über die Lebensreformbewegung der Jahrhundertwende, die sozialistischen Modelldörfer der DDR bis zur westdeutschen  Landkommunenbewegung. Auch heute erscheinen dörfliche Lebensformen und die Ideen von Lokalität, Subsistenz und Allmende als widerständige Modelle gegen Neoliberalismus, ökologischen Raubbau und soziale Isolation.

In diesem Projektseminar werden wir uns auf die Spuren historischer wie aktueller Landutopien begeben. Anhand selbstgewählten Themen analysieren wir die geschichtlichen Dynamiken des Stadt-Land-Verhältnisses sowie der Konstruktionen von „Ländlichkeit“ und diskutieren die Realitäten und Ideale nicht-kapitalistischen Lebens jenseits der großen Städte.

Das Projektseminar findet in Kooperation mit der AG Landschaft des Kulturvereins Libken e.V. statt. Ende 2014 zog der Verein in einen leergezogenen Wohnblock aus DDR-Zeit, der sich am Rande des Dorfes Böckenberg in der Uckermark befindet. Hier ist seitdem ein kultureller Denk- und Produktionsort entstanden (mehr unter www.libken.de). Wir werden im Seminar gemeinsam einen Beitrag für das Symposium Das Sozialistische Dorf – Aspekte einer Landschaft erstellen, das im September 2018 in Libken stattfindet. Auf einer Tagesexkursion Ende Mai werden wir gemeinsam mit Dr. Alexander Klose Böckenberg und Libken erkunden. Das Seminar ist ausschließlich für Studierende des Masters Historische Urbanistik belegbar.

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