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TU Berlin

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Hans-Liudger Dienel / Leon Hempel

Die überwachte Stadt - Qualitative und quantitative Forschungsmethoden

 
Mi 10-12   •   TEL 304   •   Beginn: 8.11.

Am Thema „Die überwachte Stadt“ sollen im Seminar qualitative und quantitative empirische Forschungsmethoden geübt werden. Grundlage bilden hierfür mehrere Projekte, die am Zentrum Technik und Gesellschaft der TUB entweder in den vergangenen Jahren oder noch in unmittelbarer Zukunft durchgeführt werden. Am Beispiel der Überwachung des öffentlich zugänglichen Raumes, des städtischen Nahverkehrs, allem vor allem der U-Bahn, werden Interviewtechniken, Methoden der qualitativen Datenanalyse sowie quantitative Auswertungsmethoden vorgestellt.
Durch einen Methodenmix von qualitativen und quantitativen empirischen Methoden (Triangulation) sollen Thesen zur wachsenden Akzeptanz von Überwachungsmaßnahmen in der Bevölkerung entwickelt werden. Wie lassen sich diese Befunde erklären? Worauf ist die hohe Zustimmung zurückzuführen, die es vor 20 Jahren so sicher nicht gegeben hätte? Gleichzeitig zur hohen Akzeptanz von Überwachungsmaßnahmen kann beobachtet werden, dass das subjektive Gefühl von Sicherheit eher abnimmt.

Qualitative Interviews sollen zunächst die Bandbreite der Antworten deutlich machen. Entsprechend der Grounded Theory werden sich im Laufe der Übung Fragstellungen aber ändern. Die notwendige Zahl von Interviews wird dann erreicht sein, wenn eine akzeptable Sättigung der Antworten sichtbar wird. Hierüber wird gemeinsam zu diskutieren sein.

Für die Validierung der qualitativ erhobenen Befragungsergebnisse stehen den Sozialwissenschaften ferner unterschiedliche quantitative statistische Verfahren zur Verfügung, die eine breitere Datenbasis verlangen, um Rückschlüsse auf die Allgemeinheit zu erlauben. So lässt sich etwa eine Umfrage denken, in der zu überprüfen sein wird, ob zwischen der Akzeptanz von Überwachungsmaßnahmen auf der einen Seite und der konkreten Kenntnis des Leistungsspektrums dieser Maßnahmen auf der anderen eine erhebliche Diskrepanz besteht. Ein Zusammenhang zwischen Akzeptanz und dem konkreten Vorhandensein einer Maßnahme existierte dann nicht. Das fallende Sicherheitsgefühl muss andere Gründe haben und verlangt womöglich nach anderen Strategien als jene Sicherheitsmaßnahmen.

Der wissenschaftliche Arbeitsprozess mündet schließlich in der Zusammenfassung der Ergebnisse zu Publikationen, die den Diskurs zu einem bestimmten Thema mit neuen Erkenntnissen bereichern. Dabei spielt es im Grunde keine Rolle, ob im Laufe der Forschungsarbeit eine These belegt oder widerlegt werden konnte. Denn beides hat als Ergebnis für die Wissenschaft seine Berechtigung und Bedeutung. Allein, dass ein eingeschlagener Weg zur Beschreibung eines Phänomens dienlich oder nichtig ist, zählt, da entweder auf diesem Wege fortgeschritten werden kann oder ein neuer gefunden werden muss.

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