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Dorothee Brantz

Industriestädte zwischen Industrialisierung und Deindustrialisierung: Ein Vergleich von Berlin und Chicago im 19. und 20. Jahrhundert

Mo 14 – 16  •  TEL 304  •  Beginn 22.10.

Die Industrialisierung, so der berühmte Wirtschaftshistoriker Werner Sombart, war der wichtigste Städtebildner des 19. Jahrhunderts. Die rasante Entwicklung der Produktivkräfte und damit einhergehend ein schnelles, nachhaltiges, säkulares wirtschaftliches Wachstum ließen bestehende Städte explosiv wachsen und neue Städte gleichsam aus dem Nichts entstehen. Die Industrialisierung prägte nicht nur die Stadtbevölkerungen, sondern auch die Raum- und Baugestalt der Städte, vom Fabrik- und Wohnungsbau bis zu den Verkehrsanlagen, Grünflächen und Parks. Auf die Vielzahl neuer Problemlagen infolge des extrem beschleunigten ökonomischen und sozialen Wandels antworteten Kommunen und Staat mit einer neuen Politik, nicht zuletzt mit einer Stadt- und Raumplanung neuer Qualität, die verspätet, aber nachhaltig große Erfolge verzeichnen konnten. Heute, mit dem Übergang zu einer postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft, stellt sich die Frage, wie mit dem Erbe dieser Vergangenheit umzugehen ist. Die Diskurse und Realisierungsversuche bewegen sich dabei im Spannungsfeld zwischen Erhaltung, Umnutzung, Umbau und Abriss der städtebaulichen wie stadträumlichen Zeugen des Industriezeitalters.Im historischen Vergleich zwischen Berlin und Chicago sollen Industrialisierung und Deindustrialisierung und deren Auswirkungen auf die gebaute Stadt analysiert werden. Nachdem wir uns einen Überblick über die historischen Entwicklungen der beiden Industriemetropolen Berlin und Chicago verschafft haben, werden wir uns mit speziellen Themen der städtischen Industriegeschichte beschäftigen. Im zweiten Teil des Seminars betrachten wir anhand von Fallbeispielen, wie sich Berlins und Chicagos Wandel von einem Industriestandort zur postindustriellen Metropole auf das Stadtbild und den urbanen Alltag ausgewirkt haben.  Themen sind hier u.a. Wohnraum, Verkehr, Architektur und Tourismus und Stadtnatur. Des weiteren werden wir uns auch mit Begriffen wie Industrialisierung, Fordismus und Postfordismus auseinandersetzen, um uns einen konzeptionellen Rahmen für unsere Diskussionen über städtische Wandlungsprozesse zu erarbeiten.

Exkursion: Die alte Siemensstadt

Literatur: Eric Hobsbawm, The Age of Capital, 1848-1875 (1975); David Harvey, The Condition of Postmodernity (1990); Johann N. Schmidt und Hans-Peter Rodenberg, Chicago-Portrait einer Stadt (2006); Wolfgang Ribbe und Jürgen Schmädeke, Hrsg, Berlin im Europa der Neuzeit (1990); Jochen Boberg und Tilman Fichter, Hrsg, Exerzierfeld der Moderne (1986); Perry Duis, Challenging Chicago (1998); Martin Wagner, Städtische Freiflächenpolitik (1915); Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Nachhaltiges Berlin (2003); Elmer Johnson, Chicago Metropolis 2020 (2001)

Der Seminarplan als PDF zum Herunterladen

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