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TU Berlin

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Dagmar Thorau

Antike Festkultur

Diese Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende der Geschichte und an die Studentinnen und Studenten im BA Kultur und Technik.

Do 12-14 Uhr • EB 202 • Beginn: 23.10.2008

Seminarplan

Ein Leben ohne Feste, schrieb der griechische Philosoph Demokrit, sei wie „eine lange Straße, wo man nirgends einkehren kann.“ Griechen und Römer kannten eine Vielzahl von Festen, die als institutionalisierte Ereignisse den Rhythmus des Jahres prägten. Bei sakralen Wettkämpfen und im Rund des Theaters, zu Opferfesten mit großen Gelagen, bei Umzügen, Aufführungen und Mysterien versicherten sich die Menschen der Gunst der Götter, schufen sich Räume der sozialen Selbstvergewisserung und Regeneration und zelebrierten ihre religiöse und politische Gemeinschaft. Für das Fest gilt, was Huizinga in seiner kulturgeschichtlichen Studie über das Spiel sagt: „die Ausschaltung des gewöhnlichen Lebens, der überwiegend, wenn auch nicht notwendig fröhliche Ton der Handlung, die zeitliche und räumliche Begrenztheit, das Zusammengehen von strenger Bestimmtheit und echter Freiheit.“ Als heiliges Spiel und vollendetes Kunstwerk entfaltet das Fest mit seiner alle Sinne berührenden ästhetischen Struktur ein kultisches Ritual, das die gegebene Ordnung bestätigt und im Rauschhaft-Dionysischen zugleich außer Kraft setzen kann. Die vielfältigen Zeugnisse griechischer und römischer Festkultur geben ein facettenreiches Bild des politischen, sozialen und kulturellen Wesens der antiken Gesellschaft und eröffnen mentalitätsgeschichtlich aufschlußreiche Perspektiven.

Literatur: Jean-Marie André, Griechische Feste, römische Spiele. Die Freizeitkultur der Antike, Stuttgart 2002, Uwe Schultz (Hg.), Das Fest. Eine Kulturgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart, München 2001; Walter Haug /Rainer Warning (Hgg.), Das Fest, München 1989; Michael Maurer (Hg.), Das Fest. Beiträge zu seiner Theorie und Systematik, Köln, Weimar und Wien 2004.

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