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TU Berlin

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Georg Wagner-Kyora

Gebauter, gelebter und gestalteter Raum. Stadtentwicklung, Stadtplanung und Stadtrepräsentation in der europäischen Stadt seit der Antike

Modul 3: Öffentlicher Raum und Stadtkultur
Mi 14-16 • Raum TC 006 • Beginn: 21.10.2009

Lektürekurs: Mi 17-18 • TEL 304 • Beginn: 21.10.2009

Stadtgeschichte ist auf der Grundlage der Urbanisierungsgeschichte und unter dem Einfluss des spatial turn seit etwas mehr als zehn Jahren auch mit der Körpergeschichte vernetzt worden. Die ältere Urbanisierungsforschung hat damit eine neue Wendung erhalten, auch wenn Stadtgeschichte auf traditionellen Feldern weiterhin produktiv positioniert werden kann. Sie fragt nach der Stadtplanung, welche geeignet war, eine Stadtentwicklung nach den Bedürfnissen der Gesellschaft zu verändern: Denn die Akteure im Raum der Stadt konfigurieren den Begegnungsraum der Vielen, davon gingen schon immer alle europäischen Stadtutopien aus. Stadtforscher wollen die Orte im sozialen Raum bestimmen, die dynamische Innovation politischer, sozialer und kultureller Praktiken ermöglichten. Den Alltag der Stadtbürger zu gestalten, war ein Anliegen der Stadtplaner. Dazu zählten neue Formen für den großen Platz, die Straße und das Haus ebenso wie für die Repräsentationsbauten, die Kirchen, Rathäuser, Zunfthäuser und Stadtpaläste.
Neuere Stadtgeschichte fragt auch nach den Sinndeutungen von Stadt in städtischen Repräsentationsräumen, in Narrativen und Historisierungen, schließlich auch nach den politischen Überformungen durch Hauptstadtplanungen, aber auch durch den Tourismus. Auch die Stadt im Wiederaufbau nach den Katastrophen positionierte den Stadtraum neu und damit auch die Stadtgesellschaft und ihre Selbstwahrnehmung.
In der Vorlesung wird die Europäische Stadtgeschichte ab urbe condita, also seit dem Antiken Rom und den griechischen Poleis analysiert. Für die Perioden des Mittelalters, der Frühen Neuzeit und auch für die moderne Stadtentwicklung der letzten zweihundert Jahre sind neuere Forschungsfragen aufgeworfen worden, etwa die Frage nach dem Habitus der Stadt, nach der „Eigenlogik" und nach den „lesbaren" Elementen einer Stadtsemiotik, einer auf die Stadt angelegten Zeichenlehre der sichtbaren Zeugen von Stadtgeschichte, die in der Vorlesung dargestellt und vergleichend analysiert werden. Im Anschluss an die Vorlesung findet in der Zeit von 17-18 Uhr ein für die Hörer/innen verbindliches Lektüreseminar zur Vorlesung statt. Es werden Grundlagentexte vertiefend diskutiert, die einschlägig zu Problemen der empirischen und theoretischen historischen Stadtforschung Stellung nehmen und die Basis für methodische und thematische Analyseschwerpunkte in der Historischen Urbanistik abgeben.

Literatur:
Leonard Benevolo, Die Geschichte der Stadt, 6. Aufl., Frankfurt a. M. / New York 1991; Jörg Oberste (Hg.), Repräsentationen der mittelalterlichen Stadt, Regensburg 2008; Eva-Maria Seng, Stadt - Idee und Planung. Neue Ansätze im Städtebau des 16. und 17. Jahrhunderts, München/ Berlin 2003; Heinz Reif, Die verspätete Stadt. Industrialisierung, städtischer Raum und Politik in Oberhausen 1846-1929, Köln 1993; Heinz Reif (Hg.), Berliner Villenleben. Die Inszenierung bürgerlicher Wohnwelten am grünen Rand der Stadt um 1900. Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin Bd. 12, Berlin 2008, Adelheid von Saldern (Hg.), Inszenierter Stolz. Stadtrepräsentationen in drei deutschen Gesellschaften (1935-1975), Stuttgart 2005, Helmuth Berking, „Städte lassen sich am Gang erkennen wie Menschen" - Skizzen zur Erforschung der Stadt und der Städten, in: Ders./ Martina Löw (Hgg.), Die Eigenlogik der Städte. Neue Wege für die Stadtforschung, Frankfurt a. M. 2008, S. 15-31.

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