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TU Berlin

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Dagmar Thorau

Die sieben Weltwunder

Do 12-14 Uhr • EB 202 • Beginn 22.10.2009

Nur die ägyptischen Pyramiden kann man noch heute bestaunen, die übrigen sechs Glanzleistungen antiker Architektur, Kunst und Technik verfielen, wurden niedergerissen oder durch Naturkatastrophen zerstört: die hängenden Gärten von Babylon, die Zeusstatue in Olympia, der Artemis-Tempel von Ephesos, das Grabmal des Königs Mausolos, der Koloß von Rhodos und der Leuchtturm von Alexandria.
Bereits seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. faßten antike Schriftsteller Beschreibungen ehrgeiziger Großprojekte, deren Schönheit, Monumentalität und technische Raffinesse die Bewunderung der Zeitgenossen heischten, als Reiseempfehlungen zusammen (hauptsächlich freilich für die große Mehrheit derjenigen, die ohne Beschwerlichkeiten ein Bild von den architektonischen hotspots ihrer Welt gewinnen wollten), und der Katalog dieser herausragenden Sehenswürdigkeiten war nie unumstritten: Welche Bauten in die Listen eingingen, hing von den Präferenzen der Schriftsteller und dem Zeitgeschmack genauso ab wie vom Erfolg der Lobbyarbeit von Städten, Herrschern, Priesterschaften - über die Jahrhunderte erfuhr das Verzeichnis immer wieder Veränderungen, man tauschte aus, strich und ergänzte, bis in der Renaissance der Kanon feststand, den wir heute kennen. Längst war da aus dem „Sehenswerten" - theamata - das „Wunderbare" geworden, thaumata. Und längst mußte die Phantasie der Künstler auf dem Papier neu erschaffen, was die Zeiten vernichtet und unauffindbar gemacht hatten. Moderne Geschichtswissenschaft und Archäologie konnten inzwischen zahlreiche Rätsel der Weltwunder lösen, vieles aber gibt noch immer weiten Raum für Spekulationen.
Auf der Grundlage vielfältiger Quellen und Forschungsdiskurse macht das Seminar mit wesentlichen Aspekten der Kultur, Technik, Religion und Sozialgeschichte der Antike bekannt, die sich selten instruktiver verknüpfen lassen als anhand der Sieben Weltwunder. Und deren Rezeptionsgeschichte schließlich führt bis in unsere Tage: Nicht nur belegt die Fülle populär-wissenschaftlicher Dokumentationen die ungebrochene Faszination, die von dem Thema ausgeht; auch alle Versuche, den Katalog um moderne Großbauten zu erweitern, erweist den Glanz des Etiketts ‚Weltwunder', deren Liste jüngst in der weltweiten Kampagne „New 7 Wonders of the World" per Internetwahl neu bestimmt worden ist - auch das wird uns in dieser Lehrveranstaltung beschäftigen.

Literatur:
Debora Barbagli, Die sieben Weltwunder der Antike, Berlin 2007; Kai Brodersen, Die sieben Weltwunder. Legendäre Kunst- und Bauwerke der Antike, München 2008; Peter Clayton/ Martin Price (Hgg.), Die Sieben Weltwunder, Stuttgart 2000; Werner Ekschmitt, Die Sieben Weltwunder. Ihre Erbauung, Zerstörung und Wiederentdeckung, Mainz 1996; Max Kunze (Hg.), Die Sieben Weltwunder der Antike. Wege der Wiedergewinnung aus sechs Jahrhunderten, Mainz 2003

Die Aufgabe zum 29.10. als pdf zum Herunterladen

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