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TU Berlin

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Angela Jain / Hans-Liudger Dienel

Multilokale Lebensformen und Urban Governance – ein Vergleich zwischen dem 16. und dem 21. Jahrhundert

Modul 1: Governance und Public Sector in der europäischen Stadtgeschichte

 

Do 12-14 Uhr • HBS 103 • Beginn 22.10.2015

 

Multilokale Lebensweisen werden oft als neuartige, sich immer weiter ausbreitende Phänomene betrachtet. Multilokalität lässt sich „als eine Form der zirkulären Mobilität verstehen, bei der die Akteure zwei oder mehrere Wohnorte als Arbeits-, Ausbildungs- und oder Freizeitorte aufrechterhalten“ (Gerald Wood, Netzwerk Multilokalität), wodurch sich im Vergleich zu einer monolokalen Lebensform verändern sich die Rhythmik und die räumlichen Bezüge des Alltagslebens sowie die sozialen Interaktionsstrukturen in grundlegender Weise.

Im Seminar argumentieren wir, dass multilokale Lebensformen keine neuen Erscheinungen darstellen, sondern weit in die Geschichte zurückreichen. Auf der Basis der Mitte der 2000er entstandenen Debatte werden wir die engen Beziehungen zwischen Verkehrsnetzen, Telekommunikationsdiensten und Multilokalität betrachten. Ein besonderes Augenmerk wird darauf liegen, wie diese drei Aspekte zusammengenommen ein neues sozio-technisches System erschaffen und wie Urban Governance darauf reagieren kann. Auch bietet der Ansatz einen neuen Blickwinkel für die Phänomene der räumlichen Mobilität und von Migration nötig machen. Schließlich werden wir uns fragen welche sozialen Auswirkungen die Multilokalität hat, die gleichzeitig sowohl persönliche Bereicherung und Entwicklung aber auch soziale Exklusion und Verarmung bedeuten kann.

 

Literatur:

BBSR (2009). Multilokales Wohnen. Informationen zur Raumentwicklung, 1/2.2009. Online http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2009/1_2/izr1_2.html?nn=422250 (14.8.2015); Dittrich-Wesbuer, A./ Plöger, J. (2013). Multilokalität und Transnationalität: Neue Herausforderungen für Stadtentwicklung und Stadtpolitik, in Raumforschung und Raumordnung, 71(3): 195-205; Hilti, N. (2013). Lebenswelten multilokal Wohnender: eine Betrachtung des Spannungsfeldes von Bewegung und Verankerung. Wiesbaden: Springer.

Kaufmann, V./ Montulet, B. (2008). Between Social and Spatial Mobilities: The Issue of Social Fluidity, in Tracing Mobilities: Towards a Cosmopolitan Perspective, Canzler, W./ Kaufmann, V./ Kesselring, S. (Hgg.), Adlershot: Ashgate, 37-55.; Larsen, J./ Axhausen, K.W./ Urry, J. (2006). Geographies of Social Networks: Meetings, Travel and Communications, in Mobilities, 1, 261-283; Lucassen, J./ Lucassen, L. (2009). The Mobility Transition Revisited, 1500-1900: What the Case of Europe Can Offer to Global History, in Journal of Global History, 4(3), 347-377; Mokhtarian, P.L. (2009). If Telecommunication is Such a Good Substitute for Travel, Why Does Congestion Continue to Get Worse?, in Transportation Letters, 1(1), 1-17; Petzold, K. (2011). Die europäische Stadt und multilokale Lebensformen: Eine Beziehung mit Zukunft? in Frey, O./ Koch, F. (Hgg.). Die Zukunft der Europäischen Stadt: Stadtpolitik, Stadtplanung und Stadtgesellschaft im Wandel. Wiesbaden: Velag f. Sozialwissenschaften. 153-172.

 

 

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