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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Heiden, Juden, Christen in antiken Metropolen

PD Dr. Henrike Maria Zilling

Modul 8: Wahlmodul 

Blockseminar vom 10. bis 14.Oktober 2016

Montag bis Freitag:  12 – 18 Uhr / Raum: H 3004 /  Beginn: 10.10.2016

Verbunden mit Recherche- und Präsentationsaufgaben werden einige Sitzungsphasen in der Volkswagenbibliothek in der Fasanenstraße stattfinden. Treffunkt um 13.00 ist grundsätzlich Hauptgebäude in H 3004

Master MA                Bachelor BA

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Geistes- und Bildungswissenschaften- insbesondere der Kunstwissenschaft und historischen Urbanistik

Das frühe Christentum war hauptsächlich eine städtische Bewegung. Das Seminar wirft einen synthetischen, gleichermaßen sozialhistorischen, kulturgeschichtlichen und urbanistischen Blick auf die wesentlichen großstädtischen religiösen Gruppierungen in der antiken Welt; es betrachtet Kultstätten, Glaubens- und Lebensinhalte sowie ausbrechende religiöse Konflikte. Es beleuchtet im Kontext der Ausbreitung des frühen Christentums demographische Aspekte, Epidemien und Krisen der Städte. Eine wesentliche Rolle für die Ausbreitung des Christentums spielten dabei die jüdischen Communities als erste Anlaufstelle für Judenchristen aus Palästina.

Im Sinne von Richard Sennett geht es aber auch um Fleisch und Stein, also um die Verbindung von Architektur, Raumgestaltung und Anthropologie, insbesondere um Körperbilder. Dabei stellt sich die Frage, warum das christliche Körperbild für Griechen und Römer einerseits anstößig und andererseits dennoch überzeugend war. Interessant ist hier das Konzept von body politics, das meint, dass Herrschaft und Gesellschaft urbane und staatliche Räume gestalten, wie sich das bei den Spielen in Rom (Brot und Spiele) nachvollziehen lässt. Daher werden Märtyrer und Gladiatoren, leidende Körper als Protagonisten in der Arena und die Frage nach dem Triumph in den Fokus genommen.

Eine Frage, welche die Christen durch einen zentralen Trennungsanspruch beantworteten: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist (MT 22,21), war die Frage nach dem Verhältnis zwischen Gläubigen und Herrschern. Schließlich stellt die heilstheologische Forderung nach der Imitatio Christi zudem die Frage nach „steinernen“ karitativen Räumen der praktischen Nächstenliebe.

Einführende Literatur: Ein Reader wird im Seminar ausgegeben. Grundlegend sind: Richard Sennett, Fleisch und Stein. Der Körper und die Stadt in der westlichen Zivilisation, Berlin 1995 (Flesh and Stone New York 1994); Jörg Rüpke, Von Jupiter zu Christus. Religionsgeschichte in römischer Zeit, Darmstadt 2011;

Rodney Stark, Der Aufstieg des Christentums. Erkenntnisse aus soziologischer Sicht, Weinheim 1997 (The Rise of Christianity. A Sociologist Reconsiders History, Princeton University Press 1996); Paul Veyne, Brot und Spiele. Gesellschaftliche Macht und politische Herrschaft in der Antike, Frankfurt am Main 1988, München 1994.

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