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TU Berlin

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SE Zerstörung und Erneuerung. Stadtkatastrophen in Antike, Mittelalter und Neuzeit

Dagmar Thorau

Modul 2: Dekonstruktion und Rekonstruktion

Di 14-16 Uhr • HBS 103 • Beginn: 18.10.2016

Sei es das antike Pompeji im ersten nachchristlichen Jahrhundert, Lissabon im 18. oder New Orleans im 21. Jahrhundert – städtische Zentren als hochkomplexe und zugleich fragile Gebilde sind in besonderem Maße gefährdet und gefordert, wenn die Natur ihre zerstörerischen Potentiale entfesselt: Indem Erdbeben, Vulkanausbrüche und Flutwellen in Ballungsräumen ihre verheerendsten Wirkungen zeigen und das Naturereignis hier deutlicher als anderswo als Naturkatastrophe entgegentritt, sind die Städte im Hinblick auf die Vorbeugung und das Management einer solchen Katastrophe auch auf exponierte Weise beansprucht. Anhand ausgewählter Fallbeispiele aus unterschiedlichen Epochen werden wir in diesem Seminar untersuchen, welche Präventionsmaßnahmen überhaupt vorgesehen waren, über welche technischen, mentalen und sozialen Bewältigungsstrategien man verfügte, wie und auf der Grundlage welcher Deutungskategorien der Katastrophendiskurs jeweils geführt wurde und inwiefern die Wahrnehmung solcher Katastrophen sich im Laufe der Zeit verändert hat. Unser besonderes Augenmerk soll dabei dem Um- und Neubau der Stadt nach der Zerstörung gelten, denn häufig diente die Katastrophe als Katalysator für Modernisierungen und setzte Kräfte frei, die eine Erneuerung der städtischen Räume in zuvor undenkbaren Dimensionen herbeiführten. 

Literatur: Andrea Janku/ Gerrit Jasper Schenk/ Franz Mauelshagen (Hgg.), Historical Disasters in Context. Science, Religion, and Politics, New York 2012; Vera F. Koppenleitner/ Hole Rößler/ Michael Thimann (Hgg.), Urbs incensa. Ästhetische Transformationen der brennenden Stadt in der Frühen Neuzeit, Berlin u.a. 2011; François Walter, Katastrophen. Eine Kulturgeschichte vom 16. bis ins 20. Jahrhundert, Stuttgart 2010; Andreas Ranft/ Stephan Selzer (Hgg.), Städte aus Trümmern. Katastrophenbewältigung zwischen Antike und Moderne, Göttingen 2004; Kay Peter Jankrift, Brände, Stürme, Hungersnöte. Kata­strophen in der mittelalterlichen Lebenswelt, Stuttgart 2003; Dieter Groh/ Michael Kempe/ Franz Mauelshagen (Hgg.), Naturkatastrophen. Beiträge zu ihrer Deutung, Wahrnehmung und Darstellung in Text und Bild von der Antike bis ins 20. Jahrhun­dert, Tübingen 2002; Holger Sonnabend, Naturkatastro­phen in der Antike. Wahrnehmung, Deutung, Management, Stuttgart/Weimar 1999.

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