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2007: Exkursion nach Rom

Die Geschichte einer Stadt steht auf ihrem Boden und in ihren Bauten geschrieben"

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Gepäckmarken mit der Aufschrift „CIA“ (für Aeroporto Roma Ciampino) betonten weithin sichtbar den offiziellen Charakter der Reise. Ende März begaben sich 20 Studenten des neuen Masterstudiengangs „Historische Urbanistik“ und der Geschichtswissenschaft an der TU auf eine Reise nach Rom. Thema der Exkursion waren „Leitbilder und Repräsentationsräume der europäischen Stadt seit der Antike“. Unter Leitung von Althistorikerin Prof. Dr. Dagmar Thorau und Dipl. Ing. Celina Kress, Dozentin für Architekturgeschichte an der TU, beschäftigten sich die Studenten mit den Zusammenhängen zwischen gebautem Raum und politischer, sozialer, kultureller und ökonomischer Praxis.

In Rom galt es für die Studenten, die politisch-gesellschaftliche Aussagekraft einmaliger urbaner Ensembles und historischer Bausubstanz zu erforschen, deren Wurzeln in der Antike ruhen und die die städtische Identität bis heute prägen: das Forum Romanum, Regierungsviertel und religiöses Zentrum in kaiserlicher Zeit – erstaunlich eng und überschaubar angesichts der riesigen territorialen Ausmaße des Imperiums – repräsentiert baulich verdichtete Macht. Heute herrscht hier der Tourismus.

Eine Fahrradtour zu den Hauptkirchen Roms machte die Berliner Seminargruppe im chaotisch anmutenden Großstadtverkehr römischer Prägung zu einer kleinen Attraktion. Die sieben Hauptkirchen, die über große Verkehrsachsen miteinander verbunden sind, locken seit dem Mittelalter Pilgerströme mit überbordender Pracht und bizarren Reliquiensammlungen. Den Petersplatz, Repräsentationsraum des Oberhaupts der Katholischen Kirche, erlebten die Stu-denten am Ende der Tour in seiner fast alltäglichen Nutzung, festlich gedeckt mit Hunderten von Stuhlreihen vor baldachingeschützten Emporen für die Ankunft des Papstes Benedikt.

Das 19. Jahrhundert brachte Italien die nationale Einheit und die Industrialisierung; dem römischen Stadtbild die Eisenbahn und repräsentative Prachtstraßen im lombardisch-romanischen Nationalstil – Via Nazionale und Corso Vittorio Emanuele II – all dies auf historisch vorgeprägtem Stadtgebiet.

Duce Mussolini formte die Innenstadt vor allem durch politisch motivierte und instrumentalisierte Ausgrabungen und Abrisse für die Anlage von Aufmarschflächen um. Das Neubaugeschehen verbannte er überwiegend an die Stadtränder.

Römische WissenschaftlerInnen unterstützten die Studiengruppe von der TU Berlin bei ihren Untersuchungen und gaben interessante Einblicke in aktuelle Forschungen und Forschungsein-richtungen: Dr. Gritje Hartmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Historischen Instituts Rom (DHI), Britta Hentschel, Stipendiatin an der Bibliotheca Hertziana und am Isti-tuto Svizzero, Prof. Dr. Vittorio Vidotto und Dr. Francesco Bartolini von der Universität Rom I, „La Sapienza“.

Rom erwies sich auf dieser Exkursion als hervorragendes Praxisbeispiel für die „Historische Urbanistik“. Der Masterstudiengang, der am Center for Metropolitanstudies (CMS) der Fakultät 1 an der TU durchgeführt wird, untersucht die Stadt von heute in ihren geschichtlichen Kontinuitäten und Brüchen und vermittelt Grundlagen für den historisch fundierten, kompe-tenten Umgang mit Problemen gegenwärtiger wie zukünftiger Stadtentwicklung. Er schließt nach vier Semestern mit dem akademischen Grad des „Master of Arts in Historischer Urbanistik/Historical Urban Studies“ ab.

Gernot Schaulinski, Student der Geschichte und Germanistik an der TU Berlin

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